Quote in Wahrscheinlichkeit umrechnen: Formel, Marge, Formate
Eine Dezimalquote rechnest du in Wahrscheinlichkeit um, indem du 1 durch deine Quote teilst: Quote 2,50 entspricht 40 Prozent, Quote 1,25 entspricht 80 Prozent. QuotenPfad zeigt dir dazu, wie du englische und amerikanische Quoten umrechnest und wie du aus einem kompletten Markt die Marge des Buchmachers bestimmst.
Redaktion QuotenPfadSo arbeiten wir
Wichtig vorab: Was dabei herauskommt, ist die implizite Wahrscheinlichkeit. Sie beschreibt den Preis, den der Anbieter verlangt, und enthält seine Marge. Wie wahrscheinlich ein Ereignis wirklich ist, weiß niemand genau.
Wie rechnet man eine Quote in Wahrscheinlichkeit um?
Man nimmt den Kehrwert der Dezimalquote und multipliziert ihn mit 100. Das Ergebnis ist die implizite Wahrscheinlichkeit in Prozent. Bei Quote 1,80 sind das 1 ÷ 1,80 = 0,556, also rund 55,6 Prozent. Probiere es direkt mit deiner nächsten Quote im Rechner aus.
Implizite Wahrscheinlichkeit = 1 ÷ Quote.
Quote = 1 ÷ Wahrscheinlichkeit.
Umgekehrt funktioniert es genauso. Schätzt du ein Ereignis auf 25 Prozent, entspricht das einer fairen Quote von 4,00. Bietet ein Anbieter dafür nur 3,50, preist er eine Chance von 28,6 Prozent ein, also mehr, als du selbst erwartest. Diese Lücke ist entweder sein Vorsprung oder deine Fehleinschätzung, je nachdem, wer am Ende richtig liegt.
Die Formel ist exakt, ihre Deutung hat aber Grenzen. Eine implizite Wahrscheinlichkeit ist keine Vorhersage. Sie ist ein Preis, in den Nachfrage und Risiko einfließen, dazu die Marge des Anbieters. Deshalb ergeben die Prozentwerte aller Ausgänge eines Spiels zusammen auch mehr als 100.
Umrechnungstabelle: dezimal, englisch, amerikanisch, Prozent
Hierzulande sind Dezimalquoten Standard. Englische Quoten als Bruch und amerikanische Quoten mit Plus oder Minus begegnen dir auf internationalen Seiten und in Sportberichten. Die Tabelle zeigt typische Werte nebeneinander, so findest du deinen Wert in Sekunden.
| Dezimal und implizite Chance | englisch als Bruch · amerikanisch |
|---|---|
| 1,25 entspricht 80,0 Prozent | englisch als Bruch: ein Viertel, also 1/4 · amerikanisch: minus 400 |
| 1,50 entspricht 66,7 Prozent | englisch als Bruch: ein Halb, also 1/2 · amerikanisch: minus 200 |
| 1,91 entspricht 52,4 Prozent | englisch als Bruch: etwa 10/11 · amerikanisch: minus 110 |
| 2,00 entspricht 50,0 Prozent | englisch als Bruch: gleich, also 1/1 · amerikanisch: plus 100 |
| 2,50 entspricht 40,0 Prozent | englisch als Bruch: drei Halbe, also 3/2 · amerikanisch: plus 150 |
| 3,00 entspricht 33,3 Prozent | englisch als Bruch: zwei zu eins, also 2/1 · amerikanisch: plus 200 |
| 5,00 entspricht 20,0 Prozent | englisch als Bruch: vier zu eins, also 4/1 · amerikanisch: plus 400 |
Wenn du auf einer englischsprachigen Seite eine Quote wie 7/4 siehst, musst du also nicht raten, sondern rechnest 7 geteilt durch 4 plus 1 und erhältst 2,75. Das entspricht einer impliziten Chance von etwa 36,4 Prozent und lässt sich direkt mit einer deutschen Dezimalquote vergleichen.
Der Unterschied liegt im Bezugspunkt. Die Dezimalquote enthält den Einsatz, die englische Quote zeigt nur deinen Gewinn im Verhältnis zum Einsatz. Die amerikanische Quote nennt bei positiven Werten deinen Gewinn auf 100 Einheiten Einsatz und bei negativen Werten den nötigen Einsatz für 100 Einheiten Gewinn.
Wie rechnet man englische und amerikanische Quoten um?
Englische Quoten rechnest du um, indem du den Bruch ausrechnest und 1 addierst: 3/2 ergibt 1,5 plus 1, also 2,50. Amerikanische Quoten brauchen zwei Formeln, je nach Vorzeichen.
Englisch zu dezimal: Zähler ÷ Nenner + 1.
Amerikanisch positiv: Wert ÷ 100 + 1.
Amerikanisch negativ: 100 ÷ Betrag + 1.
Ein Rechenbeispiel: +250 wird zu 250 ÷ 100 + 1 = 3,50. Minus 125 wird zu 100 ÷ 125 + 1 = 1,80. In die andere Richtung rechnest du bei Dezimalquoten ab 2,00 den Gewinnanteil mal 100 für den positiven US-Wert. Unter 2,00 teilst du 100 durch den Gewinnanteil und setzt ein Minus davor.
- Prüfe das Format: Bruch, Vorzeichen oder Komma geben es eindeutig vor.
- Rechne mit der passenden Formel in eine Dezimalquote um.
- Bilde den Kehrwert, wenn du die implizite Wahrscheinlichkeit brauchst.
- Runde erst am Ende, sonst entstehen bei Kombis spürbare Abweichungen.
Unterschätze die Rundung nicht. Englische Brüche wie 10/11 ergeben ungerade Dezimalwerte, und Anbieter runden ihre Dezimalquoten meist auf zwei Stellen. Für Einzelwetten ist das egal, für lange Kombis summieren sich die Cent-Beträge spürbar.
Wie berechnet man die Buchmacher-Marge?
Man addiert die Kehrwerte aller Quoten eines Marktes und zieht 1 ab. Was über 100 Prozent hinausgeht, ist die Marge des Buchmachers, oft auch Overround genannt. Der Quotenschlüssel ist das Gegenstück dazu und zeigt, welcher Anteil der Einsätze rechnerisch an die Wettenden zurückfließt. Vergleiche so deine Anbieter, bevor du deinen Einsatz platzierst.
Summe = 1 ÷ Quote₁ + 1 ÷ Quote₂ + 1 ÷ Quote₃.
Marge = Summe − 1.
Quotenschlüssel = 1 ÷ Summe.
Ein Rechenbeispiel mit einem Fußballspiel: Heimsieg 2,10, Unentschieden 3,40, Auswärtssieg 3,60. Die Kehrwerte betragen 47,6 Prozent für den Heimsieg, 29,4 Prozent für das Remis sowie 27,8 Prozent für den Auswärtssieg, zusammen also 104,8 Prozent. Die Marge liegt also bei rund 4,8 Prozent, der Quotenschlüssel bei etwa 95,4 Prozent.
| Ausgang | angebotene Quote und implizite Chance · bereinigte Chance und faire Quote |
|---|---|
| Heimsieg | angebotene Quote und implizite Chance: 2,10 entspricht 47,6 Prozent · bereinigte Chance und faire Quote: 45,4 Prozent, fair etwa 2,20 |
| Unentschieden | angebotene Quote und implizite Chance: 3,40 entspricht 29,4 Prozent · bereinigte Chance und faire Quote: 28,1 Prozent, fair etwa 3,56 |
| Auswärtssieg | angebotene Quote und implizite Chance: 3,60 entspricht 27,8 Prozent · bereinigte Chance und faire Quote: 26,5 Prozent, fair etwa 3,77 |
Für die bereinigte Chance teilst du jede implizite Wahrscheinlichkeit durch die Summe aller Kehrwerte. Das ist die einfachste Methode, sie verteilt die Marge gleichmäßig. Es gibt feinere Verfahren, die Außenseitern mehr Marge zuschreiben. Für eine erste Einordnung reicht die proportionale Rechnung aber völlig.
Eigene Schätzung gegen implizite Chance: der Erwartungswert
Wer eine Quote bewerten will, vergleicht die implizite Wahrscheinlichkeit mit einer eigenen Schätzung und rechnet daraus den Erwartungswert pro eingesetztem Euro aus. Diese Rechnung ist der Kern aller Überlegungen zu sogenannten Value-Wetten, und sie zeigt gleichzeitig, wie empfindlich das Ergebnis auf kleine Schätzfehler reagiert. Prüfe deine Schätzung deshalb lieber zweimal.
Erwartungswert je Euro = eigene Wahrscheinlichkeit × Quote − 1.
Ein Rechenbeispiel: Du schätzt einen Heimsieg auf 50 Prozent, und der Anbieter bietet Quote 2,10 an, die nur 47,6 Prozent einpreist. Dann ergibt sich 0,50 × 2,10 − 1 = 0,05, also ein rechnerisches Plus von 5 Cent pro eingesetztem Euro. Liegt deine Schätzung aber nur drei Prozentpunkte zu hoch und die wahre Chance bei 47 Prozent, kippt der Wert auf 0,47 × 2,10 − 1 = −0,013, und aus dem vermeintlichen Vorteil wird ein kleiner erwarteter Verlust.
Genau diese Empfindlichkeit macht es schwierig. Eine Schätzung auf drei Prozentpunkte genau ist bei Fußballspielen ziemlich ehrgeizig, selbst für Leute, die jede Statistik kennen. Die Formel ist trotzdem nützlich, weil sie die Frage vom Bauchgefühl auf eine prüfbare Zahl verlagert, die du nach einer Saison mit deinen echten Ergebnissen vergleichen kannst.
Prüfe bei erhöhten Quoten aus Aktionen immer die Bedingungen, etwa einen Höchsteinsatz oder eine Mindestquote, denn sie verändern die Rechnung. Ein Boost, der nur für einen kleinen Einsatz gilt, verbessert deinen Erwartungswert nur auf genau diesem Betrag, nicht auf deinem gesamten Wettschein.
Was die implizite Wahrscheinlichkeit nicht verrät
Eine implizite Wahrscheinlichkeit sagt nichts darüber, ob eine Wette gut oder schlecht ist. Sie zeigt nur, welche Chance du kaufen würdest. Ob diese Chance zu teuer ist, hängt von deiner eigenen Einschätzung ab, und die ist ebenfalls unsicher. Halte deine Einsätze klein, solange deine Trefferquote nicht belegt ist.
Ein Klassiker unter den Denkfehlern: Wer bei Quote 2,00 fünfmal hintereinander verliert, glaubt, jetzt sei endlich ein Treffer fällig. Bei unabhängigen Ereignissen stimmt das nicht. Jede Wette startet wieder bei derselben eingepreisten Chance, unabhängig davon, was vorher passiert ist.
Auch Serien sind kein Gegenargument, sondern eher ein Beleg für die Formel. Bei einer eingepreisten Chance von 50 Prozent ist eine Serie von fünf Niederlagen mit etwa 3,1 Prozent zwar selten. Über eine ganze Saison mit vielen Wetten kommt sie aber regelmäßig vor, ohne dass an den Quoten irgendetwas falsch gewesen wäre.
Nützlich ist die Umrechnung vor allem für zwei Dinge. Erstens für Kombiwetten, bei denen sich die Wahrscheinlichkeiten multiplizieren, wie der Kombiwette-Rechner zeigt. Zweitens für den Vergleich, wie viel Marge in einem Markt steckt, bevor du eine Quote mit dem Quotenrechner in Euro übersetzt. Für feste Einsätze findest du fertige Tabellen auf 5 Euro wetten.
Welche Fragen stellen Leser zu Quote und Prozent?
Was bedeutet Quote 1,5 in Prozent?
1 ÷ 1,5 ergibt rund 66,7 Prozent implizite Wahrscheinlichkeit. Darin ist die Marge des Anbieters bereits enthalten.
Warum ergeben alle Quoten eines Spiels mehr als 100 Prozent?
Weil jede Quote einen Aufschlag des Anbieters enthält. Die Summe über 100 Prozent ist seine Marge, im Beispiel dieser Seite rund 4,8 Prozent.
Ist eine hohe Quote eine gute Quote?
Nicht automatisch. Eine hohe Quote bedeutet nur eine niedrige eingepreiste Chance. Ob sie fair ist, hängt davon ab, wie wahrscheinlich das Ereignis tatsächlich ist.