Wettsteuer in Deutschland: So rechnest du die 5,3 % nach
Die Wettsteuer in Deutschland beträgt 5,3 Prozent, berechnet auf den Wetteinsatz abzüglich der Steuer selbst, und schuldet sie gegenüber dem Finanzamt der Veranstalter. Für dich zählt, wie dein Anbieter sie weitergibt. QuotenPfad rechnet die drei üblichen Modelle mit deinem Einsatz durch, inklusive der effektiven Quote von rund 5,03 Prozent.
Redaktion QuotenPfadQuellen und Methodik
Wie hoch ist die Wettsteuer in Deutschland?
Die Sportwettensteuer beträgt laut § 18 Rennwett- und Lotteriegesetz (RennwLottG) 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage nach § 17. Dieser Satz gilt für alle Sportwetten, die im Geltungsbereich des Gesetzes veranstaltet werden. Er ist kein Richtwert, sondern ein fester gesetzlicher Steuersatz.
Trotzdem liest man überall von „5 Prozent Wettsteuer“. Das ist ungenau, hat aber einen rechnerischen Kern, und den erklärt der nächste Abschnitt. Gleich vorweg: Die 5,3 Prozent werden nicht auf den vollen Einsatz gerechnet.
Wann eine Wette als in Deutschland veranstaltet gilt, regelt § 16. Entscheidend ist entweder der Sitz des Veranstalters im Inland oder dass du als Wettender die für den Vertrag nötigen Handlungen in Deutschland vornimmst. Tippst du also vom Sofa aus, greift die Steuer auch bei einem Anbieter mit Sitz im Ausland.
Bemessungsgrundlage nach § 17: warum effektiv 5,03 % herauskommen
§ 17 Abs. 1 RennwLottG sagt, die Steuer bemisst sich nach dem geleisteten Wetteinsatz abzüglich der Sportwettensteuer. Die Steuer steckt also bereits im gezahlten Betrag, und gerechnet wird auf den Rest. Das klingt nach einer Kreisrechnung, ist aber mit einer einzigen Division erledigt.
Steuer = Einsatz × 5,3 ÷ 105,3.
Nettoeinsatz = Einsatz − Steuer.
Ein Rechenbeispiel mit 100 €: 100 × 5,3 ÷ 105,3 ergibt 5,03 € Steuer. Prüfe die Probe selbst: 5,3 Prozent von 94,97 € Nettoeinsatz sind wieder 5,03 €. Die Formel ist damit in sich stimmig, und der effektive Anteil am gezahlten Betrag liegt bei 5,03 Prozent statt bei 5,3 Prozent.
| Gezahlter Einsatz | enthaltene Steuer · Nettoeinsatz |
|---|---|
| 5,00 € | enthaltene Steuer: 0,25 € · Nettoeinsatz: 4,75 € |
| 10,00 € | enthaltene Steuer: 0,50 € · Nettoeinsatz: 9,50 € |
| 20,00 € | enthaltene Steuer: 1,01 € · Nettoeinsatz: 18,99 € |
| 50,00 € | enthaltene Steuer: 2,52 € · Nettoeinsatz: 47,48 € |
| 100,00 € | enthaltene Steuer: 5,03 € · Nettoeinsatz: 94,97 € |
Ein Cent Unterschied zum Wettschein ist normal, denn Anbieter runden auf ganze Cent. Wie genau, steht in ihren Bedingungen.
Wird die Wettsteuer vom Einsatz oder vom Gewinn abgezogen?
Das Gesetz legt fest, wer die Steuer schuldet und wie hoch sie ist, aber nicht, wie dein Anbieter sie in seinen Preisen abbildet. Deshalb siehst du in der Praxis drei Modelle, und der Rechner oben bildet alle drei ab. Welches gilt, findest du in den Bedingungen deines Anbieters, meist unter Wettregeln oder Gebühren.
- Im Einsatz enthalten: Du zahlst 10 €, gewettet werden davon rund 9,50 €, und die Auszahlung sinkt entsprechend auf 23,74 € bei Quote 2,50.
- Zusätzlich zum Einsatz: Auf 10 € kommen 0,53 € obendrauf, die volle Auszahlung von 25 € bleibt erhalten, dein Nettogewinn liegt bei 14,47 €.
- Vom Gewinnanteil: Abgezogen werden 5,3 Prozent von den 15 € Gewinn, also 0,80 €, und du erhältst 24,21 € statt 25 €.
Verlierst du, ist das dritte Modell am günstigsten, weil dann gar nichts abgezogen wird. Beim Gewinnen mit hoher Quote kann es dagegen teurer werden als ein Abzug vom Einsatz. Bei Quote 5,00 und 10 € Einsatz kostet der Gewinnabzug 2,12 €, der Einsatzabzug nur 0,53 €.
Bei niedrigen Quoten dreht sich das Bild. Setzt du 10 € auf Quote 1,50, beträgt der Gewinnanteil nur 5 €, und 5,3 Prozent davon sind gerade einmal 0,27 €. Der Abzug vom Einsatz kostet dagegen immer 0,53 €, egal wie die Wette ausgeht. Wer vor allem auf Favoriten tippt, fährt mit einem Gewinnabzug also günstiger, wer Außenseiter spielt, eher mit einem Einsatzabzug. Gegen den Verlust des Einsatzes schützt dich keines der Modelle, denn die Steuer verändert nur die Höhe der Auszahlung, nicht die Chance auf einen Treffer.
Trag den Satz im Rechner genau so ein, wie dein Anbieter ihn nennt, und vergleiche das Ergebnis danach mit deinem Wettschein. In der Google-Suche zu diesem Thema tauchen sowohl Seiten über eine Wettgebühr von 5 Prozent als auch Listen angeblich steuerfreier Anbieter auf, was zeigt, wie unterschiedlich die Weitergabe gehandhabt wird. Was genau gilt, ist eine Frage der Bedingungen und kann sich ändern.
Wer schuldet die Wettsteuer laut Gesetz?
Steuerschuldner ist nach § 19 RennwLottG der Veranstalter der Sportwette. Das ist derjenige, der das Wettgeschehen maßgeblich gestaltet. Du als Wettender bist gegenüber dem Finanzamt nicht verpflichtet, die Steuer anzumelden oder zu zahlen.
Bezahlt wird sie am Ende trotzdem oft von dir, weil der Anbieter sie in Quoten oder Gebühren einrechnet. Wie genau, steht in seinen Bedingungen. Wichtig ist für dich nur, dass du weißt, welche Zahl am Ende auf deinem Konto ankommt.
Wird eine Wette zurückgezahlt, etwa weil ein Spiel nicht stattfindet, mindert das nach § 17 Abs. 2 die Bemessungsgrundlage des Veranstalters. Für Wetten, die gar nicht zustande kamen, fällt im Ergebnis also keine Steuer an. Ob dein Anbieter die einbehaltene Gebühr dann ebenfalls erstattet, regeln wieder seine Bedingungen.
Wettsteuer und Einkommensteuer nicht verwechseln
Die Sportwettensteuer besteuert die Wette selbst, nicht deinen Gewinn. Die Frage, ob ein Wettgewinn einkommensteuerpflichtig ist, beantwortet ein anderes Gesetz. Für private Spieler zählen Wettgewinne zu keiner der sieben Einkunftsarten in § 2 EStG.
Dasselbe Gesetz kennt übrigens zwei Schwestersteuern mit gleichem Satz. Die Virtuelle Automatensteuer erfasst Online-Automatenspiele (§§ 36 und 38 RennwLottG), die Online-Pokersteuer erfasst Poker am virtuellen Tisch (§§ 46 und 48). Beide betragen ebenfalls 5,3 Prozent ihrer jeweiligen Bemessungsgrundlage. Für Casino-Rechnungen ist das wichtig, weil eine Steuer auf jeden Spieleinsatz die Auszahlungsquote eines Spiels beeinflussen kann. Mehr zur Casino-Mathematik steht unter Casino-Bonus-Rechner.
In Suchanfragen landet beides ständig im selben Topf. Die Seite Sportwetten-Gewinne und Steuer trennt die beiden Themen sauber und zeigt die Bilanzformel für mehrere Wetten. Den reinen Auszahlungsrechner ohne Steuer findest du auf der Startseite.
Quellen zu diesem Rechner anzeigen
Alle Angaben zum Steuersatz stammen direkt aus dem Gesetzestext und wurden am 19.10.2026 abgerufen. Wir zitieren den Wortlaut nicht vollständig, sondern fassen ihn zusammen, und verlinken die Einzelnormen zum Nachlesen als Text.
- § 16 RennwLottG, Steuergegenstand: gesetze-im-internet.de/rennwlottg_2021/__16.html
- § 17 RennwLottG, Bemessungsgrundlage: gesetze-im-internet.de/rennwlottg_2021/__17.html
- § 18 RennwLottG, Steuersatz 5,3 Prozent: gesetze-im-internet.de/rennwlottg_2021/__18.html
- § 19 RennwLottG, Steuerschuldner: gesetze-im-internet.de/rennwlottg_2021/__19.html
Welche Fragen zur Wettsteuer kommen immer wieder?
Ist die Wettsteuer 5 oder 5,3 Prozent?
Der gesetzliche Satz ist 5,3 Prozent. Weil er auf den Einsatz abzüglich der Steuer gerechnet wird, entspricht er effektiv rund 5,03 Prozent des gezahlten Betrags.
Zahle ich die Wettsteuer selbst an das Finanzamt?
Nein. Steuerschuldner ist nach § 19 RennwLottG der Veranstalter. Er kann die Kosten aber über Gebühren an dich weitergeben.
Fällt die Wettsteuer auch bei Anbietern im Ausland an?
Ja, wenn du die Wette von Deutschland aus abschließt. Das regelt § 16 Nr. 2 RennwLottG.
Gibt es Wettsteuer auf eine annullierte Wette?
Ein zurückgezahlter Einsatz mindert nach § 17 Abs. 2 die Bemessungsgrundlage. Ob dein Anbieter eine bereits abgezogene Gebühr erstattet, steht in seinen Bedingungen.
Gilt die Wettsteuer auch für Casinospiele?
Für Casinospiele gilt § 16 nicht. Das Rennwett- und Lotteriegesetz kennt dafür eigene Steuern: die Virtuelle Automatensteuer und die Online-Pokersteuer mit jeweils 5,3 Prozent (§§ 38 und 48).